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26.04.2017
Vortrag: „Verflucht sei dieser Ring!“ Macht, Liebe und Sex in Wagners Ring des Nibelungen
Prof. Dr. Hans Vaget
Professor (emerit.) of German Studies and Comparative Literature Smith College
Northampton, Massachusetts, USA

Vortrag von

Prof. Dr. Hans Vaget
Professor (emerit.) of German Studies and Comparative Literature
Smith College Northampton, Massachusetts, USA

Mittwoch, den 26. April 2016 um 19:00 Uhr
im Theatermuseum Düsseldorf
Jägerhofstr. 1, 40479 Düsseldorf 
Unkostenbeitrag: Mitglieder € 7, Gäste € 10, Schüler/Studenten frei

Im Anschluß an den Vortrag besteht Gelegenheit, bei einem Glas Wein und Brezeln mit Prof. Dr. Vaget und den Zuhörern ins Gespräch zu kommen.


Der Vortrag


Der Vortrag ist eine sehr persönliche Führung durch die mentale Landschaft von Wagners Nibelungen-Zyklus. Der Referent geht mit Nietzsche davon aus, daß es sich bei dem „Ring“ um ein Werk des 19. Jahrhunderts handelt und daß Wagners Gestalten viel moderner sind und uns näher stehen als ihre mythologische Verkleidung suggerieren will. Betrachtet werden Schlüsselmomente der Ring-Handlung, an denen offenbar wird, was es in Wagners Welt mit Macht, Liebe und Sex auf sich hat und warum die ganze Sache – die Sache Wotans - so schlecht ausgeht. Grundlegend für das Verständnis des Ganzen ist der erste Teil des Zyklus: Das Rheingold, insbesondere die Gestalt des Alberich und die von ihm ausgehende Verfluchung des Rings. Von daher erhellt sich sowohl die Struktur des Werkes als auch Wagners geistiger Kosmos.


Prof. Dr. Hans Vaget




Hans Rudolf Vaget wurde im Sudetenland geboren. Er studierte in München und Tübingen, an der University of Wales, Cardiff, und an der Columbia University, New York. Von 1967 bis 2004 war er Professor of German Studies and Comparative Literature am Smith College (Northampton, Massachusetts). Er war Gastprofessor an den berühmtesten Universitäten der USA (University of California, Yale University, Columbia University N.Y., Princeton University, University of Massachusetts) und an der Universität Hamburg. Vaget war außerdem Mitgründer der Goethe-Gesellschaft Nordamerikas und zeitweise ihr Präsident.

Die Schwerpunkte seiner Forschung sind Wagner, Goethe und Thomas Mann, über die er zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt hat, u.a. das Buch „Seelenzauber. Thomas Mann und die Musik“, in dem er besonders auf das Verhältnis von Thomas Mann zu der Person Richard Wagners und seiner Musik eingeht. Er gehört zu den Herausgebern der Thomas-Mann-Ausgabe und war Herausgeber des „wagnerspectrum“, dem führenden Publikationsorgan der Wagner-Forschung.

1994 erhielt Prof. Vaget in Lübeck die Thomas-Mann-Medaille, die Laudatio hielt Inge Jens. Er war 2011 Fellow der Andrew W. Mellon Foundation und 2012 der American Academy in Berlin.

Im Mai 2017 wird sein neuestes  Buch „Wehvolles Erbe. Richard Wagner in Deutschland: Hitler, Knappertsbusch, Mann“ erscheinen.