Archiv

16.10.2018
Vortrag Götterdämmerung: Die Streicherorgie - und dann? Gedanken zur Fortsetzung des Ring des Nibelungen nach dem Weltenbrand
Prof. Dr. Jürgen Schläder, Professor für Theaterwissenschaft mit Schwerpunkt Musiktheater, LMU München

Dienstag, den 16. Okt. 2018 um 19:00 Uhr
Stadtmuseum Düsseldorf, Ibach-Saal, Berger Allee 2, 40213 Düsseldorf
Der Vortrag

Nach Hagens „Zurück vom Ring!“ tritt nur noch das sinfonische Theater in sein Recht. Es erklingt eine Streicherorgie,
Sieglindes Lobpreis auf Brünnhilde und liefert den, wie es scheint, versöhnlichen, ja verklärenden Schluß.

Die Szenenanweisung Wagners ist sehr viel weniger eindeutig: die Freude der Rheintöchter über den heimgekehrten Ring, ein roter Feuerschein am Himmel, der Rhein tritt in sein Flußbett zurück. Diesem Naturschauspiel schauen die Männer und Frauen „in höchster Ergriffenheit“ zu. Wenn der rote Feuerschein Walhall erreicht, fällt der Vorhang.

Durchaus kein eindeutiger Schluß. Er verlangt nach szenischer Deutung. Die Menschheitsgeschichte, die erzählt wurde, kann nicht zu Ende sein, muß fortgesetzt werden, und drängt auf eine vielleicht andere Lösung beim erneuten Versuch der Bewältigung.

Was also folgt auf die Götterdämmerung? Die Regisseure haben immer wieder neue Lösungen angeboten. Eine endgültige Version kann und wird es nicht geben. Aber sie sollte sich aus der Bühnenerzählung sinnvoll ergeben.

Um diese Fragen kreist der Vortrag und um die Frage, was denn im Düsseldorfer Ring als Ergebnis am Ende stehen könnte. Mit Fakten der Vergangenheit und mit einer (begründeten) Spekulation in die nahe Zukunft. Und mit dem Blick auf theatrale Lösungen mit mehreren Facetten, die Wagner ja wohl vorschwebten.

Der Referent
Prof. Dr. Jürgen Schläder studierte Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität Bochum. Ab 1987 Professor für Theaterwissenschaft mit dem Schwerpunkt Musiktheater an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Aktuelle Forschungsschwerpunkte: Ästhetische Grundlagen und Analyse des zeitgenössischen Regietheaters.