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Vortragsreihe zum „Ring des Nibelungen“ an der Rheinoper Düsseldorf auf der Zielgraden
Anlässlich des Großprojekts „Ring am Rhein“ der Deutschen Oper am Rhein gestaltete der Richard-Wagner-Verband Düsseldorf eine umfangreiche Vortragsreihe rund um das vierteilige Musikdrama. Die Rheinoper mit Regisseur Dietrich Hilsdorf und der Düsseldorfer Wagner Verband mit hochkarätigen Referenten, befinden sich gegenwärtig in der Zielgeraden. Die Premiere der „Götterdämmerung“ steht kurz bevor. Am 16. Oktober, 19 Uhr, kommt einmal mehr Professor Dr. Jürgen Schläder ins Düsseldorfer Stadtmuseum, um über Wagners „Götterdämmerung“ zu sprechen. Es wird der immerhin 14. Vortrag der Reihe.

Mit der „Götterdämmerung“ rundet sich der „Ring“. Und doch lässt Wagner nach dem Finale seines umfangreichen Werks Fragen offen: „Die Streicherorgie – und dann? Gedanken zur Fortsetzung des Rings nach dem Weltenbrand“ lautet der Titel des Abends. Wenn der letzte Satz gesungen ist, Hagens schier wahnsinniges „Zurück vom Ring!“, dann tritt für die folgenden Minuten nur noch das sinfonische Theater in sein Recht. Am Schluss der Götterdämmerung erklingt Sieglindes Lobpreis auf Brünnhilde, zur sinfonischen Gloriole gesteigert, im Orchestertutti und liefert den, wie es scheint, versöhnlichen, ja verklärenden Schluss. Die von Wagner als Szenenanweisung dazu formulierte Pantomime ist sehr viel weniger eindeutig: die Freude der Rheintöchter über den heimgekehrten Ring, ein roter Feuerschein am Himmel; der Rhein tritt in sein Flussbett zurück. Schläder will an dieser Stelle Perspektiven in die Zukunft aufzeigen.

Vor rund anderthalb Jahren hatte der Düsseldorfer Wagner-Verband eine Vortragsreihe zum „Ring des Nibelungen“ gestartet, in denen wesentliche Aspekte des Werkes, wie etwa seine musikalische und dramatische Ästhetik oder die Intentionen, Ideen und Ideologien Wagners behandelt werden sollten. Es war Ziel des Verbandes, mit diesen Vorträgen den Mitgliedern, aber auch der allgemeinen Öffentlichkeit ein besseres Verständnis für den Ring des Nibelungen und sein Geschehen zu vermitteln.

Es begann mit dem Vortrag „Die Natur als Darstellerin im Ring mit dem renommierten Referenten und ausgewiesenen Festspielhaus-Kenner Dr. Oswald Georg Bauer. Prof. Schläder führte danach in die Leitmotivtechnik im „Ring“ ein. Prof. Dr. Hans Vaget sprach über „Macht, Liebe und Sex im Ring“. Schläder beschrieb in 3 Vorträgen jeweils die Inszenierungsgeschichte der einzelnen Ring-Teile. Dr. Sven Friedrich (Direktor Haus Wahnfried, Bayreuth) diskutierte die gesellschaftskritischen Grundlagen Wagners für die Konzeption des Ring („Walhall ist Wallstreet“ - Die Geburt des Ring aus dem Geist des Vormärz“). Schläder und die Wissenschaftskollegen Dr. Ulrike Kienzle und Prof. Dr. Jochen Hörisch widmeten sich zentralen Figuren: Wotan, Brünnhilde und Siegfried. Es gab außerdem drei Opern-Dialoge – Diskussionen des Publikums mit kompetenten Moderatoren zu den einzelnen Ring-Teilen.