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28.02.2018
Vortrag: Siegfried: Held oder „Modellathlet mit schlechten Manieren“? (Loriot)
Prof. Dr. Uwe Steiner Professor für neuere deutsche Literatur- u. Medienwissenschaft FernUniversität in Hagen

28. Februar 2018, 19:00 (geänderter Beginn)
Stadtmuseum Düsseldorf, Ibach-Saal, Berger Allee 2, 40213 Düsseldorf
28. Februar 2018, 19:00 (geänderter Beginn)

Stadtmuseum Düsseldorf, Ibach-Saal
Berger Allee 2, 40213 Düsseldorf28. Februar 2018, 19:00

Der Vortrag

Manch ein Hörer bekennt, mit dem „Siegfried“, dem dritten Teil des „Ring“, Schwierigkeiten zu haben. Und das nicht selten wegen des Titelhelden. Der sympathische Modellathlet mit schlechten Manieren, wie ihn Loriot nennt, wird auch vom zeitgenössischen Regietheater eher weniger geschätzt. Es denunziert darum den Wälsungen- und Wotanssproß gern als Schlagetot.

Wie aber hat sich Wagner seinen Siegfried gedacht? Warum hat der, genau besehen, kaum etwas vom germanischen Helden der Sage an sich? Und wenig auch von dem, was man im Dritten Reich in ihm zu erblicken glaubten? Wie verhält sich der Märchencharakter des „Siegfried“ zur mythischen Welt der „Walküre“ und zur tragischen der „Götterdämmerung“?

Der Vortrag sieht eine Parallele zwischen der Utopie, wie sie die Figur des Siegfried verkörpert, und der utopischen Idee, die Wagner nicht nur auf der Handlungsebene des Ring formulierte. Vielmehr verband er sie mit dem Musikdrama selbst: Wie können Mensch und Gesellschaft vom Übel der Moderne geheilt werden? Warum aber scheitert dann der utopische Held am Ende und woran?

Der Referent

Prof. Dr. Steiner ist Literatur- und Medienwissenschaftler. Er studierte Germanistik und Philosophie an den Universitäten Düsseldorf, Bochum, Heidelberg und Mannheim. Er promovierte in 1994 und habilitierte sich in 2002. Ab 1997 war er Assistent, Privatdozent und apl. Professor an der Universität Mannheim. Seit 2012 ist er Professor für Neuere deutsche Literatur und Medientheorie an der FernUniversität in Hagen.

Uwe Steiner forscht u.a. zur Kultur- und Literaturgeschichte des Hörens, daher auch zur Oper und zu Richard Wagner, ferner zum modernen Zusammenhang zwischen Oper und Drama.