Rückblick

Informationen zu unseren Veranstaltungen in der Vergangenheit


 
08.09.2026
Vortrag/Lesung Steffi Böttger: „Elend vor Sehnsucht nach Dir.“ - Minna Wagner
Maxhaus, Schulstr. 11, 19 Uhr
Gäste sind herzlich willkommen.
Im vorletzten und letzten Jahr haben wir mit Vorträgen über Hermann Levi, Robert Schumann, Richard Strauss und Siegfried Wagner begonnen, uns Richard Wagners Weggefährten, seine Förderer und Widersacher näher anzuschauen. Diese thematische Vortragsreihe führen wir in diesem Jahr fort mit einer der wichtigsten - und vielleicht meistverkannten - Personen in Wagners Leben, seiner ersten Ehefrau Minna. 


„Elend vor Sehnsucht nach Dir“ - Minna Wagner

Richard Wagners erste Frau, Wilhelmine, geborene Planer, hatte es bis vor wenigen Jahren schwer, in der Wagner-Gedenkkultur zu bestehen. Bitter sei sie gewesen, kurzatmig, eine Hausfrau, die das Genie ihres Gatten nicht zu würdigen wusste und nur danach strebte, die Gattin eines hochdotierten königlichen Kapellmeisters zu sein.

Wilhelmine, genannt Minna, hatte das Pech, nur die Elendsjahre mit Wagner zu teilen. Jahre, in denen manchmal kaum genug Geld vorhanden war, um Nahrungsmittel zu kaufen. Sie musste mit ihm vor den Gläubigern fliehen, seine Leiden und Triumphe teilen und aushalten. Unter ihrer Obhut komponierte bzw. konzipierte er alle wichtigen Werke von „Rienzi“ bis zum „Parsifal“, mit ihr tauschte er sich bis zu einem gewissen Zeitpunkt über alle künstlerischen Fragen aus, ihr vertraute er seine gesundheitlichen Probleme an. Minna war praktisch, ehrlich, fröhlich und so gar nicht auf Weihe und Würde bedacht wie Wagners zweite Ehefrau Cosima. Und da sie nach einem Unfall keine Kinder mehr bekommen konnte, kümmerte sie sich eben um ihr großes Kind, ihren Ehemann – der sich irgendwann aus der mütterlichen Umklammerung lösen musste. Ein Drama! Und dennoch blieb sie dabei eine größtenteils humorvolle Partnerin, bis die Ablösung kam.

In der Rolle Minna Wagners erzählt die Schauspielerin Steffi Böttger von einem Leben an der Seite des umtriebigen Künstlers und Ehemanns, bevor er ein berühmter Festspielhausbesitzer wurde, dessen theoretische Exkurse sie tatsächlich nie verstand, dessen musikalisches Genie sie aber verehrte und liebte.